Tempelanlage Tawern

Auf dem Metzenberg, Am Wanderweg G11, ab Ortsmitte Tawern ausgeschildert.
Ab dem Waldparkplatz sind es noch ca. 10 - 15 Minuten zu Fuß bis zum unteren Eingangstor des Tempels

Durch Tawern führte eine wichtige römische Straße, die Trier mit dem  Zentrum des Römerreiches verband. Der Tawerner Metzenberg war dabei der Punkt an dem Reisende zum ersten Mal ihr Ziel vor Augen hatten. Nichts lag also näher, als genau an dieser Stelle zunächst eine Opferstätte und später mehrere Tempel zu bauen. Ein idealer Punkt, um den Göttern für eine gelungene Reise zu danken oder um den Segen zu erflehen, wenn man sich gerade auf den Weg nach Rom machte. Unter Leitung des Rheinischen Landesmuseums Trier wurde 1986-87 der Tempelbezirk und ein größeres Profangebäude ausgegraben und teilweise rekonstruiert. Funde belegen, dass der Tempelbezirk bereits in der ersten Hälfte des 1. Jh. n. Chr. errichtet worden ist und bis ins späte 4. Jh. genutzt wurde. An der Nordwestecke eines Tempels konnte ein ursprünglich mehr als 15 m tiefer Brunnen freigelegt werden. Er war mit Steinen, Erde und Architekturteilen angefüllt. Außerdem fanden sich darin Inschriftfragmente, figürliche Reliefs und der Kopf einer Statue aus Kalkstein. Merkur, der Gott des Gewerbes, des Handels und des Verkehrs war Hauptgott des Tempelbezirks. Von seinem Kultbild stammt der im Brunnen gefundene, leicht überlebensgroße Kalksteinkopf. Anhand dieser Funde wurde 2002 eine Rekonstruktion der Statue gefertigt, die im großen Merkurtempel aufgestellt ist.

Die Zeichen des Merkur sind sein Stab mit den zwei sich windenden Schlangen und eine Geldbörse, die auf seine Verbindung mit Reichtum hinweist. Den Göttern wurden nach dem Prinzip des »Ich gebe, damit du gibst« Opfer dargebracht, um Gesundheit, Glück und Wohlstand zu erlangen. Dabei kamen sowohl blutige Tieropfer als auch unblutige Opfer wie die Darbringung von Feldfrüchten oder kleinen Statuetten vor. Geopfert wurde in der Regel auf dem Altar vor dem Tempel der jeweiligen Gottheit. Die Kapellen, kleine Rechteckbauten im Heiligtum, dienten der Deponierung von Opfergaben. Im hinteren Areal des Heiligtums befand sich ein großes Gebäude, das Priestern, Dienern und Besuchern des Tempelbezirks zur Verfügung stand.


 

 

 

Eine Führung für Einzelgäste ist bis 13.10.2019 immer sonntags von 14.30-16.30 Uhr ohne Anmeldung möglich:

Kosten 2,00 € Erwachsene, 1,00 € Kinder, mindestens jedoch 10,00 € / Führung