Arbustum in Ayl

an der Grillhütte, ab Dorfplatz in der Ortsmitte Hinweisschildern Grillhütte folgen

Als die Römer die Weinrebe in Germanien kultivierten, erfolgte der Anbau in Lauben-, Rahmen- oder Pfahlerziehung, welche den heute gängigen Anbau-methoden ähneln. Weniger bekannt ist, dass die Römer ihre Reben auch in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bäumen anbauten. Dabei dienten die Bäume der Weinrebe quasi als Rankgerüst, an dem sich die Rebe rasch Zugang zum Kronenraum der Bäume und somit zum Licht verschaffen konnte. Bäume und Reben konkurrierten bei dieser Anbaumethode um den Raum und damit um Licht, standen aber ebenso unterirdisch im Wettbewerb um Nährstoffe aus dem Boden und um Wasser.

Welche Konsequenzen die gemeinsame Kultivierung von Baum und Weinrebe hat, ist unbekannt. Das Arbustum-Projekt in Ayl soll diese Fragen klären. Es entstand in Kooperation von Universität Freiburg, Gemeinde Ayl und den dortigen Saarwinzern.

Im Herbst 2005 wurden auf einer Fläche von 1 ha 850 Reben (je zur Hälfte Riesling und Sauvignon blanc) nach einem ausgeklügelten Pflanzschema angepflanzt. Im Dezember wurden dann 480 Bäume (je zur Hälfte Traubeneichen und Pappeln) eingesetzt. Mit Eiche und Pappel kann eine langsam wachsende Baumart mit breitem Spektrum der Wasserversorgungstoleranz (Eiche) mit einer vergleichsweise rasch wachsenden Baumart mit eher hohem Wasserbedarf (Pappel) verglichen werden.

Von den Bäumen hat die Anlage auch ihren Namen, denn das Lateinische »Arbustum« bedeutet in der Sprache der Römer soviel wie »mit Bäumen bepflanzt«. Als Rebsorten wurde einerseits der regional typische Riesling, der hier an den steilen Schieferhängen der Saar die Hauptrebsorte ist, und andererseits der Sauvignon blanc verwendet, der in den letzten Jahren im deutschen Weinbau zunehmendes Interesse gefunden hat.