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02.04.2019 07:41 Alter: 17 days

Weinprobe im Dunkeln – Treffen der AG Barrierefreier Tourismus im Weinhotel Restaurant Klostermühle in Ockfen


Die Teilnehmer der AG „Barrierefreier Tourismus“ sitzen im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln, Foto: Hermann Kramp

Die Arbeitsgemeinschaft „Barrierefreier Tourismus“ in der Urlaubsregion Saar-Obermosel trifft sich regelmäßig, um sich über barrierefreie Tourismusangebote auszutauschen. Am Mittwoch, den 27. März 2019, ging es allerdings nicht wie gewohnt um den Austausch vorhandener Angebote, sondern um die Erprobung eines völlig neuen Angebotes. „Weinprobe im Dunkeln“ stand als einziger Tagesordnungspunkt in der Einladung zum AG-Treffen. Darunter konnten sich die Mitglieder der AG zunächst wenig vorstellen, lediglich eine dickere Jacke sollte man mitbringen, es könne kalt werden. Die AG-Mitglieder trafen sich, zunächst noch im Hellen, vor dem Weinhotel Restaurant Klostermühle in Ockfen. Gemeinsam ging es dann in den bereits abgedunkelten Weinkeller. Das Weinhotel Restaurant Klostermühle in Ockfen ist nach dem bundesweiten Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ zertifiziert und somit einer der Vorzeigebetriebe in Sachen Barrierefreiheit in der Region. Ob die Gastgeber Maria Mangrich und Winzer Otto Minn also besser über den Verlauf der Weinprobe im Dunkeln informiert waren?  

„Das wird hier heute für uns alle ein Experiment“, begrüßte Anna-Lena Koster, Projektleiterin Barrierefreier Tourismus in der Modellregion Saar-Obermosel, die anwesenden AG-Mitglieder. Ein Grund dafür, warum kurz vor der Weinprobe aus den Reihen der Mitglieder Skepsis gegenüber der bevorstehenden Veranstaltung geäußert wurde? Schließlich konnte man sich nicht sicher sein, wie man auf die ungewohnte Situation in der Dunkelheit reagieren würde. Doch Winzer Otto Minn nahm allen Teilnehmenden nach dem Ausschank des ersten Rieslings die vorherigen Bedenken – nachdem er stolperfrei um die lange Tafel gelangte und man beruhigt sein konnte, dass auch die Kleidung den Nachmittag im Dunkeln dank seines souveränen Ausschanks unbeschadet überleben würde. Die AG-Teilnehmer fühlten sich wohl und waren überrascht, wie schnell sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnten. So konnte man nach wenigen Minuten auch die Leckereien erahnen, welche sich neben verschiedenen Korken und Schiefergestein zum Ertasten, ebenfalls auf der liebevoll gedeckten Tafel befanden.  

Sich auf die übrigen Sinne konzentrieren, wenn einem plötzlich der Sehsinn nur noch eingeschränkt zur Verfügung steht, Sensibilisierung und Bewusstsein schaffen – das war Sinn und Zweck des Testlaufs am Nachmittag. In der anschließenden Besprechung der Weinprobe, wieder im Hellen, waren sich die Teilnehmer einig, dass der Wein mit seinen einzelnen Aromen wesentlich intensiver geschmeckt hatte, ja sogar das Brot, welches man sonst eher nebenbei essen würde, wurde zum kulinarischen Highlight. Kein Wunder, schließlich sei man im Dunkeln wesentlich fokussierter auf den Geschmackssinn und nicht durch visuelles abgelenkt.

Nach dem durchweg positiven Fazit wurde der Entschluss gefasst, ein festes Angebot für Alle aus der Weinprobe im Dunkeln für die Urlaubsregion Saar-Obermosel zu konzipieren. Um die Bündelung eben solcher Angebote wird sich auch das nächste AG-Treffen im Mai drehen. Die AG trifft sich viermal im Jahr und steht Interessierten offen. Im Mittelpunkt der Treffen stehen der Austausch zum barrierefreien Tourismus, um sich den vielfältigen Herausforderungen gemeinsam stellen zu können. Die Treffen bieten außerdem praxisnahe Einblicke in die barrierefreie Gestaltung von touristischen Betrieben und Angeboten.

Weitere Informationen zum Barrierefreien Tourismus sind bei Projektleiterin Anna-Lena Koster, Saar-Obermosel-Touristik e.V., koster@saar-obermosel.de, Tel. 06501 60180420 erhältlich.