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Klause, Kastel-Staadt

Lage: König-Johann-Straße, Tel. 06582-535

 

Hoch über dem Tal der unteren Saar, auf der Spitze eines vorspringenden Sandsteinfelsens liegt die Klause von Kastel-Staadt mit faszinierenden Ein- und Ausblicken. Zur Zeit der Kreuzzüge wurden in den weichen Buntsandstein Höhlen, Kammern und Nischen gegraben, Versinnbildlichungen des Mythos der Kreuzauffindung. In eine Höhlenkammer meißelte man ein »Heiliges Grab« ein, daneben Wohn- und Beträume, die an die heiligen Stätten auf dem Berg Golgotha in Jerusalem erinnern sollten. Im Mittelalter lebten hier fromme Einsiedler. Der Bau der Klausenkapelle ist im Kern wohl um 1600 erstanden. Auf älteren Vorgängern schuf ein Franziskanerpater ein doppelgeschossiges Gebäude, das ebenerdig einen Kirchenraum und darüber die Wohnung des Eremiten enthielt. Bis zur Französischen Revolution wohnten und beteten hier Klausner, danach verfiel der Bau bis der preußische König Friedrich Wilhelm die seit langem verlassene Ruine der Klause zu einer Grabkapelle für den böhmischen König Johann von Luxemburg ausbauen ließ.

 

1833 erhielt Friedrich Wilhelm bei einem Besuch des Rheinlandes die sterblichen Überreste von König Johann von Böhmen, dessen Lebensgeschichte ihn fesselte. Trotz einer Erblindung war Johann von Luxemburg als Verbündeter Frankreichs gegen die englischen Truppen in die Schlacht von Crécy gezogen, in der er im August 1346 fiel. Der Sieger, Eduard III. von England, ließ den gefallenen blinden König mit allen Ehren in der Benediktiner-Abtei der Stadt Luxemburg beisetzen. Durch Abriss seiner Grabeskirche kamen die Gebeine schließlich in den Besitz der Preußen. Friedrich Wilhelm, der den blinden König für seine Tapferkeit verehrte, ließ die Klause als Ruhestätte ausbauen. Mit dem Aufbau der Klause beauftragte Friedrich Wilhelm den Architekten Karl Friedrich Schinkel, den Leiter der obersten Baubehörde. Schinkel gestaltete den Aufbau im Sinne südländisch gestimmter Romantik mit Rundbogenfenstern, Säulenarkaden und einen an italienische Vorbilder erinnernden Glockengiebel. Das Innere des Erdgeschosses blieb jedoch unverändert. Die Gebeine des böhmischen Königs ruhten in der Klause von 1838 bis sie 1946 in die Kathedrale in Luxemburg überführt wurden.

 

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